Benötigt man für Pfefferspray einen Waffenschein?

Die Welt scheint immer mehr, von Kriminalität bestimmt zu werden. Dabei geht es weniger um terroristische Anschläge, die dem Bürger natürlich Sorgen bereiten, sondern um Beschaffungskriminalität, die einem überall im Alltag begegnet. Viele Bürger schaffen sich Pfefferspray oder CS-Gas an, um sich im Notfall selbst verteidigen zu können. Allerdings sind viele Bürger mittlerweile nicht mehr sicher, ob sie sich damit nicht selbst in die Illegalität begeben. Die Diskussion um Pfefferspray und den „kleinen“ Waffenschein sorgt weiterhin für Verwirrung. Braucht man denn nun einen Waffenschein, um nach dem Einsatz von Pfefferspray auf der legalen Seite zu stehen?

Hier erfahren Sie, welche Waffenscheine es gibt und was die Voraussetzungen und Kosten sind.

Kauf von Pfefferspray – Waffenschein wird nicht benötigt

Offiziell ist der Kauf von Pfefferspray, mit dem Hintergedanken es gegen Menschen einzusetzen, nicht erlaubt. Das Spray muss also gekauft werden, um es ausschließlich als Abwehr gegen Tiere einzusetzen. Grundsätzlich findet sich im Handel deshalb äußerst selten ein Pfefferspray, das auch als solches deklariert ist. In der Regel werden ausschließlich „Abwehrsprays gegen Hunde“ angeboten. Denn der Verkauf und Erwerb solcher Abwehrsprays, die eigentlich nichts anderes als ein Pfefferspray sind, fällt nicht unter das Waffengesetz. Und daher ist der Kauf von Pfefferspray dann auch völlig legal. Wenn allerdings ein Pfefferspray nicht als „Tierabwehrspray“ deklariert und gekennzeichnet ist oder über ein amtliches Prüfsiegel verfügt, wird ein kleiner Waffenschein erforderlich.

Besitz, Mitführen und Anwendung von Pfefferspray

Prinzipiell ist der Besitz von Pfefferspray in Form eines Tierabwehrsprays also erlaubt. Das Mitführen ebenfalls. Allerdings muss ein wirklich guter Grund für eine Anwendung vorliegen, denn die Selbstverteidigung muss unbedingt angemessen sein. Denn zunächst ist die Anwendung im Sinne des § 224 StGB zunächst als gefährliche Körperverletzung anzusehen. Entsprechend muss nachgewiesen werden können, dass der Einsatz als Notwehr unabwendbar war. Denn Notwehr oder Nothilfe gemäß § 32 StGB bleibt straffrei. Wer mit Pfefferspray gegen einen Angreifer vorgeht, sollte daher sicher sein, dass diese Maßnahme auch angemessen ist. Könnte der Angreifer nämlich auch ohne den Einsatz von Pfefferspray abgewehrt werden, so könnte ein Gericht den Notwehraspekt als fraglich ansehen.

Fazit

Wer sich zur eigenen Sicherheit ein Abwehrspray gegen Tiere zulegen möchte, der benötigt keinen kleinen Waffenschein. Soll allerdings ein „echtes“ Pfefferspray oder Reizgas in die Handtasche, dann ist ein kleiner Waffenschein Pflicht.

 

Discaimer: Achtung – dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur unseren aktuellen Wissensstand wieder. Im Zweifel sollte immer ein Anwalt konsultiert werden.

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