Rechtliches

Ab welchem Alter ist Pfefferspray erlaubt?

Viele Fragen sich bei Pfefferspray ab welchem Alter es gekauft und genutzt werden darf. Tatsächlich gibt es über diese Frage in sozialen Medien immer wieder ganz unterschiedliche Aussagen. Das hängt mit einer etwas verworrenen Rechtslage zusammen. Wir erklären Ihnen kurze und knapp den Stand der Dinge in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Pfefferspray Altersfreigabe ist Definitionssache

Oft kursiert das Alter von 14 Jahren als angebliche Altersgrenze. Das hängt mit dem § 3 des Waffengesetzes (WaffG) zusammen. Hier wird in Absatz 2 die Nutzung von geprüften Reizstoffsprühgeräten ausnahmsweise für Jugendliche gestattet wird. Unter Jugendlichen versteht der Gesetzgeber Menschen in der Altersspanne zwischen 14 und 18 Jahren. Mit den hier benannten Reizsprühstoffgeräten sind CS-Gas-Sprays benannt. Wenn ein Reizstoffsprühgerät jedoch zur Tierabwehr dient, ist es von dieser Altersbeschränkung wiederum ausgenommen. Sprays zur Abwehr von Tieren unterliegen in Deutschland gar keiner Altersbeschränkung. Tatsächlich ist alles, was in Deutschland unter „Pfefferspray“ läuft, offiziell als Gerät für die Abwehr von Tieren ausgewiesen. Das bedeutet, dass der Gesetzgeber in diesem Fall gar keine Altersbeschränkung vorsieht. Die Frage, „Ab wieviel Jahren ist Pfefferspray erlaubt?“ findet im Fall dieser Pfeffersprays also keine Altersbeschränkung nach unten.

Kinder können Pfefferspray besitzen – aber können sie damit umgehen?

„Ab wieviel Jahren darf man Pfefferspray kaufen?“ ist eine Frage. Ob ein Kind in jedem Alter bereits sinnvoll damit umgehen kann, ist die andere Frage. Dabei spielt sicher auch die persönliche Entwicklung eines Menschen eine Rolle. Wer über den Kauf von Pfefferspray nachdenkt, kann sich zum einen darauf besinnen, dass es sich um ein Verteidigungsmittel handelt. Dem Sinn des Gesetzestextes nach sollte es dann auch der Abwehr von Hunden oder Tieren dienen. Falls das Spray im Notfall gegen menschliche Angreifer zum Einsatz kommt, hat es auch hier Verteidigungspotenzial. Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass von Kinderhand eingesetzte Waffen von Angreifern auch entwendet und in umgekehrter Richtung eingesetzt werden können. Ein Nutzer eines Pfeffersprays muss sich entsprechend bewusst darüber sein, dass es sich um kein Spielzeug handelt und bewusst damit umgehen können.

Pfefferspray kann Selbstvertrauen geben und Angriffe abwehren

Mit einem Pfefferspray können Sie das Selbstvertrauen Ihre Nachwuchses stärken. Im Notfall kann er sich damit vor Angriffen schützen. Es reicht jedoch nicht der Kauf alleine. Sie müssen Ihren Sohn oder Ihre Tochter in jedem Fall auch gut darüber informieren, was es mit dem Pfefferspray in den Händen hält und wie dieses zu benutzten ist. Dass der Gesetzgeber aufgrund der verworrenen Lage keine geltende Altersbeschränkung vorsieht, entbindet nicht von Erziehungsaufgaben. Es mag jedoch Situationen geben, in denen der Besitz eines entsprechenden Notfallsprays sinnvoll ist.

Fazit

Eine offizielle Altersgrenze gibt es im Fall der meisten handelsüblichen Pfeffersprays auf dem deutschen Markt nicht. Im Gegensatz zu CS-Gas darf demnach auch ein Kind ohne Verstoß gegen die aktuelle Gesetzeslage ein legal ein solches Pfefferspray zur Abwehr von Tieren in seinem Besitz führen. Damit sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter über eine sinnvolle Nutzung im Klaren ist, sollten Sie diese unbedingt über die Verwendung des Produkts aufklären. Falls Sie dies machen, kann das Produkt verantwortungsvoll mitgeführt werden und im Notfall bereit gehalten werden.

 

Discaimer: Achtung – dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur unseren aktuellen Wissensstand wieder. Im Zweifel sollte immer ein Anwalt konsultiert werden.

Waffenschein in Deutschland – wie bekommt man ihn?

Immer mehr Deutsche bewaffnen sich: Die Nachfrage nach einem Waffenschein ist in Deutschland in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Doch das deutsche Waffengesetz gilt als eines der strengsten weltweit – wie bekommt man also einen Waffenschein?

Unterschied großer und kleiner Waffenschein

Hierzulande wird zwischen dem großen und dem kleinen Schein unterschieden. Ein kleiner Waffenschein erlaubt es, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit sich zu führen – im Notfall darf man diese einsetzen, um sich selbst oder andere zu verteidigen. Der große Waffenschein hingegen ist die Voraussetzung, um scharfe Schusswaffen, Luftdruck- und Federwaffen sowie CO2-Waffen führen zu dürfen.

Voraussetzungen für einen Waffenschein in Deutschland

Die Voraussetzungen für einen Waffenschein unterscheiden sich teils erheblich. Zunächst gilt jedoch für den einen wie den anderen Schein: Um legal eine Waffe besitzen und führen zu dürfen, muss man volljährig sein und mit einem Führungszeugnis nachweisen, dass man keine Vorstrafen hat – ausgenommen sind hier geringe Geld-, Jugend- und Freiheitsstrafen. Auch darf der Antragsteller nicht alkohol- oder drogenabhängig, psychisch krank oder Mitglied in einer verbotenen oder verfassungswidrigen Organisation sein. Außerdem muss sowohl beim großen als auch beim kleinen Schein nachgewiesen werden, dass die Waffe sicher und fachgerecht aufbewahrt wird, zum Beispiel in einem Tresor oder Waffenschrank.

Der große Waffenschein

Ein großer Waffenschein wird hingegen nur selten an Privatpersonen ausgegeben, denn es kommen weitere und strengere Voraussetzungen hinzu. Wer den Schein haben will muss etwa durch eine Prüfung beweisen, dass er sachkundig genug für das Tragen der Waffe ist. Als Nachweis wird zum Beispiel die Jägerprüfung anerkannt. Schwieriger ist hingegen, als Privatperson den Nachweis eines „Bedürfnisses zum Führen einer Waffe“ zu erbringen: Das trifft beispielsweise dann zu, wenn man besonders gefährdet ist – und sich mit der Waffe vor Angriffen schützen muss. Es muss jedoch nachweisbar sein, dass das Leben des Antragstellers mehr als das der restlichen Bürger gefährdet ist. Ein Angstgefühl oder der Wunsch, das eigene Eigentum zu schützen, reicht hier nicht aus. Zudem muss eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens einer Million Euro nachgewiesen werden.

Aber Vorsicht: Selbst wenn man einen entsprechenden Schein hat, dürfen Waffen nicht immer und überall getragen werden. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten, im Kino oder im Fußballstadion hat eine Schreckschusspistole laut deutschem Gesetz nichts zu suchen. Beim großen Schein dürfen die Waffen in der Regel nur zweck- und ortsgebunden genutzt werden: So darf etwa ein Jäger sein Gewehr lediglich bei der Jagd oder bei Schießübungen verwenden.

Was kostet ein Waffenschein?

Die Kosten für einen Waffenschein sind nicht hoch. Einen kleinen Waffenschein in Deutschland zu erwerben kostet rund 50 Euro, der große Schein schlägt mit 200 Euro etwas mehr zu Buche. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass je nach Art des Scheins noch Kosten für die bereits erwähnte Haftpflichtversicherung, die Sachkundeprüfung und die sichere Aufbewahrung der Waffe hinzukommen.

Was ist eine Waffenbesitzkarte?

Anders hingegen verhält es sich mit der Waffenbesitzkarte. Der Name weist bereits auf den größten Unterschied zum Waffenschein hin: Sie erlaubt lediglich den Besitz, nicht aber das Führen einer Schusswaffe. Sie wird meist von Jägern, Waffensammlern und Sportschützen beantragt. Doch auch wer Waffen erben möchte, muss im Besitz der Karte sein. Auch bei der Ausgabe von Waffenbesitzkarten wird genau darauf geachtet, dass der Antragsteller die Voraussetzungen erfüllt. Diese sind in etwa vergleichbar mit denen des großen Waffenscheins. Wie hoch die Kosten sind, kommt auf die genaue Art der Waffenbesitzkarte an. Es sollte mit einem Betrag zwischen 35 und 80 Euro gerechnet werden, hinzu kommt die Gebühr in Höhe von 30 Euro für die Eignungsprüfung.

Wo beantragt man Waffenschein und Waffenbesitzkarte?

Wer einen großen oder kleinen Waffenschein beantragen oder eine Waffenbesitzkarte erhalten will, muss sich an die zuständige Ordnungsbehörde der Stadt- oder Landkreisverwaltung wenden. Die benötigten Antragsformulare kann man sich entweder bei der Behörde geben lassen oder auf der Homepage der jeweiligen Verwaltung herunterladen. Hat man alle nötigen Anträge, Unterlagen und Nachweise beisammen und eingereicht heißt es warten: Nun wird geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Alternativwaffen ohne Waffenschein

Alternativ gibt es jedoch auch Waffen, für die man überhaupt keine Erlaubnis braucht. Dazu gehören unter anderem kleine Dolche, Säbel, Pfefferspray (zur Tierabwehr) einhändige Taschenmesser oder Elektroschocker mit Prüfzeichen.

 

Discaimer: Achtung – dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur unseren aktuellen Wissensstand wieder. Im Zweifel sollte immer ein Anwalt konsultiert werden.

Pfefferspray im Flugzeug: Im Koffer oder Handgepäck erlaubt?

Es gibt ganz unterschiedliche Beweggründe von Menschen Pfefferspray mit sich zu führen. Oftmals fühlen sie sich insbesondere auf Urlaubs- oder Geschäftsreisen schlichtweg sicherer, wenn sie das Spray bei sich tragen. Jedoch müssen nicht nur im Ausland andere Richtlinien hierzu beachtet werden, sondern schon vielmehr im Flugzeug. Denn der Luftverkehr und teilweise auch die verschiedenen Fluggesellschaften haben ihre eigenen Richtlinien und Vorgehensweisen diesbezüglich.

Ist das Kaufen und das bei sich tragen von Pfefferspray in Deutschland strafbar?

In Deutschland gilt hierzu folgende Regel. Solange das Tragen bzw. der Erwerb eines Pfeffersprays der Tierabwehr gilt, ist das Kaufen von Pfefferspray nicht strafbar und es kann sogar ohne die Einwilligung der Eltern von Minderjährigen erworben werden. Sobald das Pfefferspray jedoch aus anderen Zwecken, wie beispielsweise aufgrund von Selbstverteidigungszwecken erworben werden soll, so fällt das Pfefferspray unter das Waffenschutzgesetz. Mehr zur Gesetzeslage von Pfefferspray in Deutschland erfahren Sie hier.

Pfefferspray im Flugzeug und die Ausnahmeregelungen

Pfefferspray im Flugzeug mitzutransportieren kommt eher einer Ausnahme gleich, denn es ist durchaus so, dass die LAG hierfür Ausnahmen vorsieht. Das Mitführen von Flüssigkeiten kann durchaus gestattet sein, wenn gewisse Voraussetzungen eingehalten sind, bezogen auf das Pfefferspray gilt in diesem Kontext also:

– Der Druckbehälter darf in diesem Kontext max. 100ml betragen
– Es ist pro Person ein 1×100 ml Druckbehälter erlaubt im Flugzeug mitzuführen
– Dieser Druckbehälter muss unbedingt in einem transparenten Beutel transportiert werden, der wiederverschließbar und aus Plastik ist.
– Der Beutel muss grundsätzlich bei der anstehenden Sicherheitskontrolle am Flughafen vorgezeigt werden
– Es ist anzuraten, vor dem Flug Kontakt mit der Fluggesellschaft aufzunehmen, um abzuklären, ob das wirklich möglich ist. Die letztendliche Entscheidungsbefugnis obliegt dem Menschen in der Sicherheitskontrolle.
Da Pfefferspray in einem Druckbehälter aufbewahrt wird, kann diese Richtlinie hier durchaus greifen. Rufen Sie einfach bei der Airline zur abschließenden Sicherheit an und klären Sie den Sachverhalt entsprechend.

Die Regelungen zum Pfefferspray bei den einzelnen Airlines

Pfefferspray bei der Lufthansa

Die Bestimmungen der Lufthansa sind an sich eindeutig, jedoch macht man bei Pfefferspray ggf. Ausnahmen, da das Spray in die Rubrik Spraydosen fällt. Eine explizite Nachfrage kann hier dann ggf. zu einer Ausnahmegenehmigung führen, so dass das Pfefferspray im Koffer bei Lufthansa mitgenommen werden kann.

Pfefferspray bei easyJet

easyJet stuft hierbei alles schlicht als Gefahrgut ein. Ausnahmeregelungen gibt es nicht.

Pfefferspray bei Ryanair

Ryanair schließt die Mitnahme an Bord aus. Ausnahmeregelungen gibt es nicht.

Pfefferspray bei Condor

Die Mitnahme bei Condor von Pfefferspray ist prinzipiell ausgeschlossen. Es gibt allerdings hierbei Ausnahmen. Das bedeutet, dass man ggf. das Spray im Handgepäck befördern darf.

Pfefferspray bei Germanwings

Auch Germanwings schließt die Mitnahme von Pfefferspray in Flugzeugen aus.

Pfefferspray bei Emirates

Auch Emirates schließt die Mitnahme von Pfefferspray in Flugzeugen aus. Es ist auch nicht erlaubt Pfefferspray im Koffer bei Emirates zu transportieren.

Pfefferspray bei Air Berlin

Auch Air Berlin schließt die Mitnahme von Pfefferspray in Flugzeugen aus.

Pfefferspray im Flieger via Handgepäck oder normalem Reisegepäck transportieren?

Da Pfefferspray argumentationsbedingt durchaus bei mancher Airline als Ausnahme gilt, hilft es bei den Flügen bei entsprechender Airline, einfach einmal nachzufragen. Denn Pfefferspray kann im Fluggepäck erlaubt sein unter Umständen. Hier hilft ein kurzes Nachhaken bei den Airlines oftmals aus, um in Erfahrung zu bringen, ob Pfefferspray im aufgegebenen Gepäck transportiert werden darf. Wichtig ist auch in diesem Kontext sich zusätzlich mit den Bestimmungen der einzelnen Reiseländer auseinanderzusetzen. Eine weitere Option kann es ggf. darstellen das Pfefferspray im Handgepäck zu transportieren. Jedoch gilt auch hierbei, dass eine dringende Informationseinholung hier ebenso im Vorfeld wichtig ist, da ein Großteil der Airlines einen Transport ablehnt.

Fazit

Der Transport von Pfefferspray ist prinzipiell durch die Internationale Luftverkehrsvereinigung ausgeschlossen. Dennoch gibt es den Graubereich, dass man das Spray auch Druckluftbehälter zurechnen kann. Die Airlines haben hierzu zahlreiche Ausnahmegenehmigungen getroffen, die immer auf die eigene Airline beschränkt sind. In diesem Kontext muss sich der Fluggast im Vorfeld also informieren, ob der Transport des Sprays eventuell dennoch von statten gehen kann. Wenn Sie diesen Sachverhalt geklärt haben, dann prüfen Sie bitte noch dringend ab, ob es überhaupt in ihrem Reiseland erlaubt ist, Pfefferspray einzuführen, um sich selbst ganzheitlich gegen rechtliche Verstrickungen zu schützen.